Hospiz macht Schule 2020

 

Projektwoche „Hospiz-macht-Schule" – auch an der Deutschherrenschule

Eine besonders lebendige Projektwoche zu den Themen: Tod und Trauer „Hospiz macht Schule“ an der Deutschherrenschule. Der Lehrplan für die Grundschulen sieht vor, dass im Rahmen des Religionsunterrichtes auch die Themen „Tod und Trauer“ erarbeitet werden. In der Woche vom 09.-13. März 2020 besuchten sechs Ehrenamtliche von Hospiz Hürth e.V. den Unterricht der Deutschherrenschule. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass wir diese Lebensthemen gemeinsam mit den erfahrenen Ehrenamtlichen des Hospizvereins in einer kreativen Projektwoche anbieten konnten“, erzählt mir die Klassenlehrerin der 4 a, Jenny Finkenstein.

 

BlumentoepfeJeder Tag dieser Projektwoche stand unter einem anderen Thema, das behutsam und altersgerecht vermittelt wurde: Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod, vom Traurig-sein,Trost und Trösten.

Mit Hilfe ausgewählter Geschichten, wie über die Metamorphose des Schmetterlings setzten sich die Schülerinnen und Schüler am Montag mit dem Thema „Werden und Vergehen“ sowie mit Wandlungserfahrungen auseinander. Die Kinder und die Ehrenamtlichen brachten ihre Fotos mit. So war es im Einzelfall möglich, sich und anderen die eigene bisherige Veränderung bewusst zu machen.
Am zweiten Tag standen die Erlebnisse und Erfahrungen des Krankseins im Mittelpunkt. Besondere Kreativität entwickelte die Klasse, in Kleingruppen aufgeteilt, bei der pantomimischen Darstellung von Krankheiten. Das Highlight des Tages war der Besuch der Hausärztin Frau May, die zugewandt auf alle Fragen der Kinder – natürlich auch zu Coronavirus und Quarantäneerfahrungen - Auskunft gab.

Am Mittwoch zeigten Filmsequenzen die vielfältigen Arbeiten eines Bestatters. Bei dem Austausch über die unterschiedlichen Jenseitsvorstellungen, die sowohl gemalt als auch besprochen wurden, bedurfte es einiger Ermutigung durch die Ehrenamtlichen: „Das ist ja auch nicht so leicht, die eigene Glaubensvorstellung im Bild umzusetzen. Es braucht nicht nur den Mut, die inneren Bilder sichtbar zu machen, sondern auch die Gewissheit, dass die Mitschülerinnen und Mitschüler sie mit Respekt und Toleranz betrachten“.

Am Donnerstag berichteten die Ehrenamtlichen über das „Traurig-sein“. Nun wurden die praktischen Fingerfarben eingesetzt. Wenn auch von Einzelnen argwöhnisch betrachtet: „Das ist ja wie im Kindergarten“, meinte ein Junge, der bald darauf, so wie alle anderen, mit Fingern, Farbe und Ausdauer Gefühle zu Papier brachte. In der Zeit der Trauer sind Unterstützung und Hilfe wichtig. „Wenn man jemand Nahestehenden verloren hat, fühlt man sich wie entwurzelt“. Damit forderten die Ehrenamtlichen die Schülerinnen und Schüler auf, je eine zarte Bohnenpflanze in einen zuvor bemalten Topf zu setzen. Das Umtopfen besorgten alle mit großer Sorgfalt und Hingabe, und jede Pflanze bekam einen Haltestock zum Anlehnen. Am nächsten Tag galt der erste Blick aller in der Klasse den Bohnenpflanzen auf der Fensterbank, „ob sie schon etwas mehr Halt gefunden haben“? Da jedes Kind am Ende der Woche seine Pflanze mit nach Hause nahm, erhalten sie dort die Chance, neue Wurzeln zu schlagen.

Bevor den Eltern am Freitag die Ergebnisse der bunten Projektwoche präsentiert wurden, waren „Trost/Trösten“ das Tagesthema. Dann wurden im Laufe eines Lastentanzes symbolisch alle schweren Themen der Woche schwungvoll abgeworfen. „Für mich ist diese Projektwoche, und der Umgang mit den lebendigen Grundschülerinnen und -Schülern immer wieder eine Herausforderung“, sagt eine Ehrenamtliche und ergänzt mit einem ruhigen Lächeln „und danach bin ich dann aber sehr zufrieden mit mir, alles gut geschafft zu haben“. Damit ist auch das ausgesprochen, was das ganze Team am Ende der Projektwoche empfand.

Unser besonderer Dank gilt den Ehrenamtlichen dieser Projektwoche!Herz

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.